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Bebauungsplan Gemeinde Korb

Das Tiny House und der Bebauungsplan / Bauleitplan

Tiny Houses, Modulhäuser und Mobilehomes fallen – so denn fest darin gewohnt werden soll – unter eine Menge Regeln, Gesetze und Pläne. Einer davon ist der Bebauungsplan / Bauleitplan. Denn, nicht jedes Gebäude darf auf jedem Grundstück stehen. Und ein Tiny House (mit oder ohne Räder), welches auf einem Grundstück erlaubt ist, kann auf dem nächsten schon wieder verboten sein.

Der Bebauungsplan wird von der jeweiligen Stadt oder Gemeinde angefertigt und kann sich sogar von Baugebiet zu Baugebiet unterscheiden. Der Bebauungsplan kann bei der Gemeinde kostenlos eingesehen werden. Für eine (Papier-)Kopie des Bebauungsplanes kann die Gemeinde jedoch eine kleine Gebühr verlangen. Viele Städte veröffentlichen ihre Bebauungspläne auch im Internet und ersparen dem Bürger somit den Gang zur Verwaltung.

Entsprechend gilt es sich vor dem Bau schon einmal mit den Regeln zu befassen, welche für das Grundstück gelten auf dem man in Zukunft stehen möchte beziehungsweise auf dem das Tiny House errichtet wird. Dieser Bebauungsplan gilt in der Regel auch für Tiny Houses auf Rädern und Wohnwägen die über einen längeren Zeitraum an einem Ort stehen. Denn diese sind per Definition Gebäude.

Was ist ein Gebäude?

Die Definition eines Gebäudes (und einer baulichen Anlage) ist Ländersache. Die meisten Landesbauordnungen definieren ein Gebäude aber wir folgt:

Gebäude sind selbstständig benutzbare, überdeckte bauliche Anlagen, die von Menschen betreten werden können und geeignet oder bestimmt sind, dem Schutz von Menschen, Tieren oder Sachen zu dienen.

Und eine Bauliche Anlage definiert sich in den meisten Ländern so:

Bauliche Anlagen sind mit dem Erdboden verbundene, aus Bauprodukten hergestellte Anlagen. Als bauliche Anlagen gelten Anlagen, die nach ihrem Verwendungszweck dazu bestimmt sind, überwiegend ortsfest benutzt zu werden

Damit ist auch das Haus auf Rädern ein Gebäude und muss sich an Bebauungspläne halten.

Was steht im Bebauungsplan?

Der Bebauungsplan kann unter anderm die folgenden Informationen enthalten:

  • Art der Bebauung (Wohnen, Gewerbe, …)
  • Maximale Geschosszahl
  • Winkel, Form und Ausrichtung des Daches
  • Farbe der Dacheindeckung
  • Bepflanzung des Grundstücks
  • maximale Gebäude und Traufhöhen
  • Abstände zur Grundstücksgrenze
  • minimale und maximale Grundflächenzahl
  • Geschossflächenzahl
  • Bauweise (offen, geschlossen)

Was ist daran für mich relevant?

Zunächst einmal muss sich auch der Erbauer eines Tiny Houses an ALLE im Bebauungsplan definierten Grenzen und Regeln halten. Aus dieser Liste sind aber die folgenden Punkte gerade für kleine Häuser vor dem Bau interessant.

Art der Bebauung: Ein Gebäude zum Wohnen darf in der Regel zum Beispiel nicht in einem Gewerbe- oder Freizeitgebiet errichtet werden.

Aufbau des Dachs: Um ein einheitliches Bebauungsbild zu schaffen können nicht nur die Form und Farbe des Daches definiert sein, sondern auch in welche Richtung dieses auszurichten ist. Wenn sein Dach in der falschen Farbe deckt, weil es einfach schöner aussieht, bekommt also Probleme.

Bauweise: In einem Baugebiet mit geschlossener Bauweise kann ein Tiny House on Wheels nicht aufgestellt werden, da es per Definition unter die offene Bauweise fällt.

Minimale Grundflächenzahl: Bebauungspläne enthalten in der Regel nur Angaben zur maximalen Grundflächenzahl (dem Verhältnis von Gebäudegrundfläche zu Grundstücksgröße). Diese dürfte für die meisten Tiny Houses kein Problem darstellen. Ist aber eine minimale GFZ angegeben, so definiert die Gemeinde auch eine Mindestgröße für ein Gebäude. Da muss man dann aufpassen, dass das eigene Gebäude nicht zu klein ist.

Was passiert bei einem Verstoß?

In den meisten (aber nicht allen) Bundesländern muss vor Beginn eines Tiny-House Bauvorhabens ein Bauantrag gestellt werden. In diesem ist dokumentiert, was genau ihr wo bauen möchtet. Verstoßt ihr bereits in diesemBauantrag gegen den Bebauungsplan wird dieser in der Regel nicht genehmigt und ihr dürft euer Tiny House nicht errichten bzw. euer Tiny House on Wheels gar nicht erst auf dem Grundstück abstellen. Verstoßt ihr dann beim Bau selbst gegen den Bebauungsplan kann das weitreichende rechtliche Folgen haben. Zum Beispiel kann euch die Erlaubnis zum Wohnen in dem Gebäude untersagt werden. Und sicherlich müsst ihr den Mangel auf eure Kosten beheben.

Bildrechte: Bebauungsplan der Gemeinde Korb

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Kategorie:Bauen, Recht
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